Saal Virgilsaal
Stand Nr. 2

Hochwertige gearbeitete Kalkstein-Statue des Osiris in mumienförmiger Gestalt, die in einem Naos steht. Der Gott trägt die Atefkrone mit zentraler Uräusschlange als Zeichen seiner irdischen Herrschaft über Ober- und Unterägypten. Sein Gesicht ist mit überaus feinen Zügen ausgearbeitet. Die freundlichen Augen treten leicht plastisch hervor. Pupillen, Lidstriche und Brauen sind schwarz gefärbt. Der Mund mit seinen elegant geschwungenen Lippen ist zu einem sanften Lächeln geformt. Seitlich stehen die Ohren ab. Der geflochtene Götterbart hängt weit bis über den mehrreihigen Halskragen herab. Osiris trägt ein enganliegendes Gewand, aus dem nur seine Hände hervorschauen. Diese liegen – die rechte über der linken – am Oberkörper auf und halten Krummstab und Geißel. Die Statue steht auf einem kleinen Podest und wird von dem naosförmigen Schrein mit Hohlkehle umfasst. Die Skulptur war entweder Teil einer lebensgroßen Darstellung eines Opferbringers („Naophoros-Statue“), der den Schrein vor seinen Körper hielt. Vergleiche dazu die Kalkstein-Statue im Louvre mit der Sammlungsnummer Drovetti no429 mit einer sehr ähnlichen Osiris-Darstellung. Oder sie stand als Votivgabe für sich allein. Vergleiche dazu den Naos im British Museum mit der Registration Number 1893,0514.175. Die Abarbeitung an den Seiten und eine fehlende Votiv-Inschrift spricht eher dafür, dass diese hochwertige Arbeit einst Teil einer lebensgroßen Naophoros-Statue aus dem Neuen Reich war.
Unrestauriert.
Provenienz: Privatsammlung Antwerpen, erworben in den 1970er Jahren. Danach bei der Galerie Puhze vor 2003. Dort erworben am 13. Februar 2003 von der deutschen Sammlung Erika Krautkrämer (1932-2022). Bis zuletzt in Familienbesitz. Mit Kopie der Echtheitsbestätigung der Galerie Puhze.
Kalkstein-Statue des Osiris in einem Naos, Neues Reich, 1550-1070 v. Chr.
Kalkstein,
Höhe: 38,5 cm,
Unrestauriert. Mit Kopie der Echtheitsbestätigung der Galerie Puhze.
Bild: Christoph Bacher Archäologie Ancient Art